Samstag, 28. April 2012 – Anreise
Um 5 Uhr klingelt unser Wecker. Von Müdigkeit keine Spur, es ist eher die Aufregung, die in unseren Gesichtern steht. Das Frühstück ist eine einzige Enttäuschung und verdient den Namen kaum. Jedoch lassen wir uns davon nicht aus dem Konzept bringen und versuchen generell unsere Ansprüche für die kommenden Wochen entsprechend zu reduzieren. Dann beginnt es halt schon hier, denken wir uns, und machen uns abreisefertig. Durch das schlechte Wetter in Paris verzögert sich unsere Ankunft am Flughafen Charles De Gaulle und beim Terminalwechsel macht sich ein erster kleiner Stressmoment spürbar. Jedoch haben wir es immer noch pünktlich zum Boarding von unserem Interkontinentalflug geschafft. Air France, dachten wir, kann kaum schlimmer sein als Air Berlin, und darauf stellten wir uns auch ein. Doch wir waren wirklich positiv überrascht. Nicht nur, dass die Flugbegleitung ausnahmslos freundlich war, nein, auch das Entertainmentangebot war in der Tat neuzeitlich und gut. Das Essen kriegte von uns sogar das Prädikat hervorragend und selbst mit dem Alkohol wurde kein Bisschen gespart. Wirklich, es gab kein Grund zur Beschwerde. Der Flug von rund 11 Stunden von Paris nach Lima verlief ohne grosse Turbulenzen eigentlich sehr gut. Spannend war auch die Tatsache, dass plötzlich die Kabine nach Rauch roch – Zigarettenrauch! Da konnte es tatsächlich einer nicht aushalten und ging auf die Toilette um sich eine Zigi zu gönnen. Herkommend aus dem Land von Gauloise und Belmondo ist dies eigentlich auch nicht weiter erstaunlich. Wir sassen neben einem Deutschen Ehepaar, welches eine Aldi-Reise gebucht hatte. Für rund 7‘000 Euro 19 Tage durch Südamerika. Offensichtlich gibt es ganz unterschiedliche Arten, wie man reisen kann. Das Deutsche Ehepaar (allen voran sie) war reich behangen mit kostbaren Edelsteinen, das Gold funkelte nicht nur um den Hals und von den Fingern, auch die Ohren blieben nicht ungeschmückt. Ohne einer einzigen Fremdsprache mächtig zu sein, stürzt man sich in das Aldi-Abenteuer…. Beiläufig wurden wir noch schnippisch gefragt, ob wir die ganzen 6 Wochen Urlaub machen, oder ob wir unterwegs noch arbeiten müssen, damit wir die weitere Reise finanzieren können. Dies deuten wir als gutes Zeichen, weil wenn wir so armselig aussehen, werden wir wohl kaum ins primäre Beuteschema von Dieben passen…
Am späteren Nachmittag landeten wir in Lima, welches uns mit Sonnenschein und angenehmen 24 Grad empfangen hat. Sogar unser Gepäck hat die Reise mit uns gemacht und wir waren glücklich, als wir die Rucksäcke in den Transporttaschen auf dem Förderband entdeckten. Glücklicherweise hatten wir bereits aus der Schweiz ein Hotel für die ersten beiden Nächte gebucht. So konnten wir lediglich das Taxi besteigen und uns dorthin bringen lassen. Wie immer, wird man zunächst mal übers Ohr gehauen. Der Taxifahrer machte mit uns wohl ein sehr gutes Geschäft und ans Handeln und Feilschen müssen wir uns zuerst wieder gewöhnen. Dazu gehört aber auch, dass man einen gewissen Vergleichsmassstab hat. Und dies darf auf keinen Fall der von Zuhause sein, denn sonst findet man alles irgendwie günstig. Schon bei den nächsten Fahrten sollte sich dies bessern. Im Hotel Juan Antonio angekommen, staunten wir über das wirklich wunderschöne Zimmer – jedoch waren wir immer noch so aufgewühlt, dass wir noch nicht schlafen konnten. Wir gingen an den Strand und genossen dort unseren ersten Pisco Souer (hochprozentiger Muntermacher mit Eiweis, Limetten, Weinschnaps und Zimt) und dazu ein Cebiche (roher Fisch in Limetten-Chili-Saft mariniert) vom allerfeinsten und hatten wahnsinnige Freude daran, endlich wirklich angekommen zu sein.
Sonntag, 29. April 2012 – Lima
Dieser Tag war einfach richtig gemütlich. Zum einen startete er mit einem fantastischen Frühstück mit kross gebratenem Speck und Rührei – so wie es die Mäuse mögen. Dieses Zmorgen spielte – zum Glück – in einer deutlich anderen Liga als noch dieses am Zürcher Flughafen… etwas später haben wir uns mit ganz leichtem Handgepäck ausgestattet und spazierten los Richtung Lima Zentrum. Von unserem Quartier Miraflores aus, waren es rund 6 Kilometer bis ins Zentrum. Das Schöne daran war, dass es nicht nur wieder herrliches Wetter war, sondern dass die Hauptstrasse über mehrere Kilometer hinweg gesperrt war. Ähnlich wie bei einem Slow Up, scheint am Sonntag die Hauptstrasse den Velofahreren, Inlineskatern und Fussgängern zu gehören. Das war wirklich absolut herrlich entspannt und sofort waren alle Gräuel-Geschichten über Überfälle, Entführungen, Verschleppungen und dergleichen vergessen. Grob zwei Stunden später war wir im Zentrum angekommen, an der Plaza Mayor. Am Sonntag war hier ein ziemliches Treiben… obwohl uns der Platz mit seinen Häusern und den umliegenden Kirchen sehr gefallen hat, haben wir uns rasch in eine Seitengasse zurückgezogen, um endlich mal wieder (bereits am Mittag) einen Pisco Sour zu trinken (ich glaube, das war die Idee meiner Ehefrau), und natürlich ein Cebiche del Casa zu schnabbulieren. Es war herrlich und wir bereits am frühen Nachmittag sehr fröhlich…. Danach machten wir uns auf Weg zum Busterminal, weil wir für den Folgetag ein Busticket nach Nasca kaufen wollten. Trotz unserer Bemühungen klappte dies leider nicht. Das EDV System von Ormeño war am Boden, wo auch meine wunderbare Wirtschaftsinformatikerin nichts daran ändern konnte. Leider waren wir nicht auf die Idee gekommen, dass es gerade um die Ecke noch weitere Busunternehmen gehabt hätte, die uns dies ermöglichen hätten können – heute wissen wir es besser. Unverrichteter Dinge gingen wir zurück in unser Hotel. Gezeichnet durch Jetlag, den ausgedehnten Spaziergang ins Stadtzentrum, der Hitze und des Pisco Sours, legten wir uns kurz auf’s Ohr… das Abendessen fiel infolge des Tiefschlafs aus.
Montag, 30. April 2012 – Von Lima nach Nasca
Das Abenteuer beginnt. Wir packen unsere Sieben Sachen und verlassen das wunderbare Hotel in Lima. Kurz darauf besteigen wir ein Taxi und bei dieser Gelegenheit wird schon heftig gefeilscht, was allen Beteiligten offensichtlich Spass macht. Wieder im Terminal von Ormeño angekommen, klappt es diesmal mit dem Busticket für denselben Nachmittag. Jedoch leider nicht mehr in der Königsklasse, sondern in der Business-Klasse… egal, dachten wir uns, denn Business klingt ja ebenfalls recht cool. Die Tickets kosteten zusammen 100 Soles, rund 40 Franken, für einen 8stündigen Bus-Trip, was uns sehr fair erschien. Den restlichen Vormittag verbrachten wir, nachdem wir das Gepäck im Terminal deponieren konnten, wieder im Zentrum von Lima. Um 14 Uhr (so ungefähr, in Peru – vielleicht auch in ganz Südamerika – scheint man es nicht allzu genau zu nehmen mit den Zeitangaben) ging’s dann los. Der Business-Bus war schon in die Jahr gekommen. In die Nase stach einem eine geschmackliche Richtung zwischen Chicken, Urin und Schweiss, was uns aber eigentlich auch nicht wirklich störte. Als wir aus Lima rausfuhren, sahen wir wohl etwas mehr das „echte“ Peru – schmutzige, kleine Baracken, Bauten, die zum allergrössten Teil nicht fertig waren, ein trockenes, staubiges, unfruchtbares Land… der Bus – trotz Business Klasse – hielt an sehr vielen Orten an, eigentlich überall dort, wo jemand am Strassenrand die Hand hob. Witzig dabei ist, dass uns sogar noch das Handgepäck untersucht wurde, bevor wir im Terminal den Bus bestiegen haben. Allen Zusteigern unterwegs wurde gar nichts untersucht und auch kein Ticket ausgestellt. Dahinter vermuten wir eine kleine Neben-Einnahmequelle für den Chauffeur und den Kontrolleur, welche die freien Plätze schwarz verkaufen und sich somit das Salär etwas aufbessern. Nun denn, es scheint eine Win-Win Situation zu sein, die wir – abgesehen von den ständigen Verzögerungen – eigentlich nur mit einem Schmunzeln zur Kenntnis genommen haben. Viel spannender hingegen war die Tatsache, dass kurz vor Ankunft ein Passagier die Schnauze so voll hatte, dass er auf die Toilette ging und sich dort eine Zigarette ansteckte. Dies roch dann im ganzen Bus, was aber niemand so richtig zu stören schien. Davon sichtlich inspiriert, ging der nächste auf die Toilette und gönnte sich einen Joint, welcher den ganzen Bus in einen süsslichen Duft hüllte. Auch dies schien niemand wirklich zu stören und so störte es auch uns nicht, vielmehr, dass nicht mit uns geteilt wurde…;-) Nach gut 8 Stunden kamen wir in Nasca an. Es war schon kapp nach 22 Uhr und wir wollten nur noch möglichst schnell eine Unterkunft finden und etwas zu Essen für mi Mujer organisieren… diese wird immer etwas gefährlich, wenn der Hunger zunimmt. Ein junger Typ so um 18 Jahre, bot seine Dienste als Taxifahrer an. Sein Auto hingegen war etwas so gross wie ¾ von einem Fiat Punto und war offensichtlich nicht ausgelegt für zusätzlich zwei Europäer um 1.80 und zwei grosse Rucksäcke. Dennoch haben wir es irgendwie hingekriegt, auch wenn seine Hinterachse krächzte. Der Fahrer war aber wahnsinnig stolz darauf, seine Dienste verkaufen zu können und fuhr im Schritttempo an der übrigen Stadtjugend vorbei, der Ellenbogen gaaaaaanz weit ausgefahren und die Stereoanlage mit Bum-Bum-Sound der Neunziger voll aufgedreht. Ein Schauspiel dieser Güte, auch wenn er keine wirkliche Ahnung hatte, wo unser angepeiltes Hotel liegt. Egal, schlussendlich konnten wir uns ein Zimmer ergattern und gingen dann in die Stadt noch etwas essen. Etwas erschöpft schliefen wir dann in unserem sehr lauten Zimmer ein und hofften auf einen besseren Folgetag.
Dienstag, 1. Mai 2012 – Flug hoch über Nasca
Nasca ist bekannt für ihre Geoglyphen, riesige Zeichnungen in der Pampa rund um die Stadt, die schon von vielen Wissenschaftlern untersucht worden sind. Dabei gibt es verschiedene Theorien, wozu diese dienen sollten. Als Wegweiser, als Bewässerungssystem, Kalendersymbole, Anzeichen für unterirdische Wasseradern, selbst Erich Von Däniken hat sich diese Zeichnungen angesehen und sie mit einer ausserirdischen Kultur in Verbindung gebracht. Grund genug für uns, diese mit einem obligaten Rundflug zu erkunden. Für 100 Dollar pro Person gab es einen gut 30minütigen Rundflug. Zwei Piloten und 5 weitere Passagiere passten in dieses Kleinflugzeugt, wohl eine einmotorige Cesna. Mich selber packte im Vorfeld noch etwas die Angst, da ich mit der Höhe nicht so gut klar komme. Tämi hingegen schien wie immer sehr robust zu sein. Über den Zustand der anderen Passagiere konnte ich im Vorfeld keine Aussage machen. Der Flug war sanft, ruhig und beinahe schon etwas langweilig. Die Sicht auf die Geoglyphen war atemberaubend und wir haben Fotos geschossen wie die Wahnsinnigen. Nach der prophezeiten Zeit – leider ohne Looping, ohne Sturzflug oder Schraube – landeten wir ganz sanft wieder auf der Piste des Flughafens von Nasca. Erst als wir ausgestiegen sind, bemerkte ich, wie nicht alle Passagiere den Flug so unbeschadet überstanden hatten. Während meine Traum-Ehefrau lediglich etwas bleich um die Nase war, mussten andere ihre prall gefüllten Kotztüten wegbringen… nun denn, ich war nur froh, dass ich den Flug richtig geniessen konnte und keinen Moment über die Höhe oder die Risiken nachdenken musste. Am Nachmittag besuchten wir noch die Grabmale von Chuchilla wo 12 Gräber freigelegt wurden. Leider erst nach dem dass die Grabräuber diese entdeckt haben. So lagen über das ganze Areal die Knochen weit verstreut und irgendwie wirkte die ganze Szene etwas surreal. Tausend Jahre alte Mumien wurden dort im Freien, geschützt durch ein Holzdach aufgebahrt… wir fragten uns, wie lange ihr Zustand so noch andauern würde. Nach dem Besuch in einer Keramikwerkstatt kamen wir wieder in Nasca an. Leider war es uns nicht möglich, eine Weiterfahrt für denselben Abend zu organisieren. Bedingt durch den 1. Mai reisen wohl sehr viele Einheimische ebenfalls. So haben wir uns bei Oltursa ein Ticket für den Folgetag um 22 Uhr gekauft, welches uns in die nächste Metropole Arequipa bringen soll. Diesmal ist es ein Cruzero Klasse, was die Beste sein soll… wir sind sehr gespannt darauf. 8.5 Stunden Fahrt für 2 Personen für grob 70 Franken. Heute Abend durfte das wunderbare Tämeli das Restaurant aussuchen und entschied sich schwupps für ein Chinesisches Etablissement. Dies stellte sich im Nachgang leider als mittlerer Fehlgriff heraus. Denn das Menü, welcher meiner Esposa serviert wurde, war schlichtweg nicht geniessebar, roch nicht frisch und gammelig… und mein Poulet Süss ohne Sauer war nicht nur optisch wirklich kriminell sondern auch geschmacklich ein Attentat auf jeden Organismus. Nach jeweils 3 Gabeln (weil ein Messer gab’s dazu nicht), liessen wir das Essen stehen, zahlten den stolzen Preis und desinfizierten das Ganze mit einem wunderbaren Pisco Sour. Da die Dinger auf mich irgendwie einschläfernd wirken, kam ich nicht mal mehr dazu, gross meinen chicen EReader zu bedienen und schlief mehr oder weniger sofort ein.
Mittwoch, 2. Mai 2012 – Relax in Nasca und Weiterfahrt
Heute machen wir es uns gemütlich. Der Bus fährt erst um 22 Uhr und wir machen und zunächst mal auf die Suche nach einem Frühstück. In einem kleinen, rustikalen Lokal sehen wir ein paar Einheimische und gesellen uns dazu. Tatsächlich erhalten wir je einen wunderbaren Krug Smoothie aus Papaya und können uns mit Käse- und anderen Brötchen den Hunger stillen. Das Tämeli schnapp sich noch ein paar Kartoffeln und lässt dafür das Ei stehen. Das Zimmer in der süssen Pension in Nasca (Hostel Nasca) haben wir noch um einen Tag verlängert, damit wir uns hier heute tummeln können und kurz vor der Abreise auch noch unter die Dusche können. Bei 18 Franken kann man sich schon mal ein Zimmer nehmen, wenn man es gar nicht über Nach braucht… jetzt werden wir uns dann noch ein paar Vorräte für die Reise einkaufen und gemütlich auf unsere nächste Destination Arequipa vorbereiten. Zu der Vorbereitung gehörte natürlich auch noch das schnabbulieren eines letzten Cebiches in einer einheimischen Beiz. Und das ist wirklich so… man sollte viel öfter etwas in die Hinterhöfe oder in die ersten Stockwerke schauen, denn genau dort findet man oft die Adressen, die auch von Einheimischen genutzt werden. Für fast kein Geld haben wir ein herrliches Mittagsmenü verputzt, welches uns sogar noch das Abendessen ersparte, da wir immer noch satt waren. Es war wirklich herrlich. Das absolut reizende Vermieter-Ehepaar im Hostel Nasca hat uns das Zimmer zu einem reduzierten Preis bis zum Abend zur Verfügung gestellt und uns mit einem ganz warmen und freundlichen Händedruck verabschiedet. Die paar Meter bis zum Busterminal sind wir dann zu Fuss gegangen. Und siehe da, anstatt erst um 22 Uhr kam unser Bus bereits eine gute halbe Stunde früher an. Diesmal hatten wir zwar etwas teurere, aber viel, viel bessere Sitzplätze… und dies schon vorneweg, auf der ganze Reise wurde weder geraucht noch gekifft! Trotzdem mussten wir etwas schmunzeln, denn der knapp 20jährige Reisebegleiter hat uns unmittelbar nach der Losfahrt ein Abendessen serviert. Das herrlichste aller Tämelis hat vernünftigerweise auf ihr Essen verzichtet, während der eher frams-orientierte Ehemann sich auch noch des Tämelis Dessert geschnappt hatte. Obwohl die Reise in einem Nachtbus nicht wahnsinnig entspannend ist, haben wir dennoch ein paar Stunden Schlaf gefunden. Kommt hinzu, dass man so ja eigentlich gleichzeitig auch die Übernachtungskosten in einem Hotel sparen kann.
Donnerstag, 3. Mai 2012 – Arequipa
Um 6.30 Uhr sind wir leicht zerknittert aber gut gelaunt in Arequipa ausgestiegen. Dies ist die zweitgrösste Stadt Perus, liegt auf 2‘350 Meter über Meer und zählt gemäss unserem Reiseführer rund 800‘000 Einwohner. So wie sich dieser aber in anderen Fällen schon getäuscht hat, dürften es mittlerweilen rund 1 Mio sein. Mutig haben wir uns das Hostel Regis ausgesucht, welches in unserem Führer hochgradig gelobt wurde. Aber ob zu so früher Stund schon jemand da ist? Natürlich – wir wurden freundlich empfangen und das allergrösste Highlight war das Einchecken. Endlich endlich wurden wir nach unseren Berufen gefragt. Natürlich hob ich meine beiden Arme in Siegespose gegen den Himmel und jubelte: Soy Contador!!! Zu Deutsch: ich bin Buchhalter. Zwar stimmt das so nicht direkt, aber es ist wohl die Beschreibung, mit der jeder etwas anfangen kann. Da ich diesen 2wörtigen Satz über Wochen geübt hatte und ihn noch nie anwenden konnte, platzte ich fast vor Stolz. Tämi war dies alles dann eher peinlich und sie sagte eher zurückhalten: Soy Informatica. Egal, wir haben das Zimmer natürlich dennoch bekommen und freuten uns auf den Tag in Arequipa. Dort haben wir heute das wunderbare Kloster Santa Catalina besucht. Ein Kloster, welches wie eine Stadt in der Stadt angelegt wurde. Zwar ist es heute noch in Gebrauch, seit 1970 kann es aber besichtigt werden. Interessant dabei ist, dass bis vor der Reformation die sehr reichen Nonnen dort ihre eigenen Häuser mit ihren eigenen Dienerinnen hatten. Die Jahresgebühr kostete umgerechnet auf heutige Verhältnisse schlappe 50‘000 Dollar… auf unsere kritische Frage, wie sich dies mit einem demütigen Dasein ohne irdische Besitztümer vereinbaren lässt, kam keine wirklich überzeugende Antwort. Nun denn, es ist auch nicht an uns, dies zu kritisieren, aber etwas speziell war es schon. In einem der hinteren Gehege halten die Nonnen auch noch ein paar Meerschweinchen – eine Spezialität der Andenregion. Denen haben wir schon lüstern zugeblinzelt und gesagt: bis später!! Im Souveniershop haben wir für die beste aller Ehefrauen (da sie einen leichten Anflug von Kopfweh verspürte) auch noch gleich ein paar hochkonzentrierte Coca-Bonbons gekauft… seit dem wir die nun regelmässige konsumieren, finden wir hier alles einfach nur noch super. (für die Eltern unter den Lesern: es besteht kein Grund zur Sorge!)
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